Schutz vor Hitze und UV-Strahlung

Der Sommer steht vor der Tür und wir freuen uns auf tolle Spiele im strahlenden Sonnenschein. Doch das heißt auch, dass wir als Verein gemeinsam mit den Trainer*innen, Spieler*innen, Eltern und Fans vorsichtig sein müssen. Denn auf der Inter-Arena oder auf dem Ella-Barowsky Platz - ähnlich wie auf vielen weiteren Fußballplätzen in Berlin - gibt es kaum Schattenplätze in der Coaching-Zone, im Aufwärmbereich oder für die Zuschauenden, der Kunstrasenplatz heizt sich bei Sonnenstrahlung bis zu über 50 Grad auf und auch die Umkleidekabinen können im Sommer sehr stickig werden. Deswegen gibt es eine hohe gesundheitliche Gefährdung bei Hitze, insbesondere für die aktiven Spieler*innen, aber auch für gefährfte Gruppen wie ältere Menschen, Schwangere oder Babys. Durch den fortschreitenden Klimawandel und die Erderhitzung steigen die Risiken.
Klimawandel und Hitze
Der Klimawandel ist mit einem Anstieg der allgemeinen Durchschnittstemperatur verbunden. Für den Sport besonders bedeutsam ist die ebenfalls absehbare Zunahme massiver und kurzfristiger Hitzewellen. Anders als andere Risikogruppen (wie Senior*innen, multimorbide Patient*innen und Kleinkinder) können sich Sportler*innen vor allem im Freien der Hitze kaum entziehen. Bei Training unter Hitze entsteht im Körper Hitzestress. Geht dies mit einer hohen Luftfeuchtigkeit einher, wird die Schweißabgabe und damit die Hitzebalance besonders gefährdet. Gerade körperliche Anstrengung bei großer Hitze gilt als Risikofaktor für verschiedene Hitzeerkrankungen. Ebenso belasten im Innenbereich schlecht klimatisierte Trainingsstätten das Herz-Kreislauf-System, das Atemsystem und den Stoffwechsel. Besonders gefährlich ist dabei – auch und gerade im Sport - der Hitzschlag. Symptome hierfür sind u.a. heiße und trockene Haut, Kopfschmerz, Schwindel, Übelkeit bis hin zu lebensbedrohlichen Schockzuständen. Ein Hitzschlag ist ein medizinischer Notfall. (Quelle DOSB)
Klimawandel und UV-Strahlung
Im Zuge des Klimawandels sind viele Sportler*innen vermehrt den schädlichen Wirkungen des Sonnenlichts ausgesetzt. Erstens hat die Intensität der UV-Strahlung hierzulande durch das Ozonloch deutlich zugenommen. Zweitens haben wir in Deutschland im Zuge des Klimawandels mehr sonnige Tage und eine insgesamt längere Sonnenscheindauer. Drittens verlängert sich durch die milderen Winter die Saison im Freien. Zusammengenommen dürfte sich somit für viele Sportler*innen die Jahresdosis schädlicher UV-Strahlen deutlich erhöhen. Dies ist mit kurzfristigen ebenso wie mit mittel- und langfristigen Gesundheitsrisiken verbunden. Akutes Gesundheitsrisiko ist der Sonnenbrand. Zusätzlich ergeben sich chronische Folgen langjähriger trainings- und wettkampfbedingter UV-Exposition: Zum einen eine schnellere Lichtalterung der Haut (Photoaging) und zum anderen verschiedene Formen des Hautkrebses (z.B. maligne Melanome) mitsamt seinen Vorstufen. Zudem kann UV-Strahlung unter hoher Schneereflexion (z.B. im Wintersport) zu wiederkehrendem Lippenherpes führen. (Quelle DOSB)
Gemeinsam können wir beim FC Internationale diese Risiken minimieren. Insbesondere die Spieler*innen und Trainer*innen spielen hier eine besondere Rolle, bei jüngeren Kindern sollten sich die Eltern die Tipps zu Herzen nehmen:

Individuelle Verhaltenstipps für Spieler*innen
Bereits während sowie nach dem Training ausreichend trinken
Eine wiederverwendbare Wasserflasche mitbringen, diese kann im Raum zwischen den Toiletten einfach mit Leitungswasser aufgefüllt werden
Zusätzliche Trinkpausen im Schatten einlegen
Bei starker Sonneneinstrahlung eine Cap nutzen
Gut eincremen mit einem hohen Sonnenschutzfaktor, z.B. mit UV-Schutz 30 durch unseren kostenlosen Sonnencremespender vor dem Eingang zu den Kabinen —> rechtzeitig vor dem Training
Lippencreme mit UV-Schutz verwenden
Sprühflaschen und feuchte Handtücher nutzen, das Trikot nass machen
Atmungsaktive Kleidung tragen
Bei akuter Erkrankung (etwa Magen-Darm- oder Fiebererkrankung) nicht trainieren
Während sowie nach dem Training auf den Konsum von Alkohol sowie zuckerhaltiger, fettiger Speisen und Getränke verzichten
Hinweise für Trainer*innen
Vorbildaktion nutzen und selbst mit einer Cap zum Training kommen, eingecremt sein oder auch vor dem Training einen Moment nutzen, dass sich alle Spieler*innen gemeinsam eincremen
Trainingszeit, -umfang und -inhalt anpassen = weniger Ausdauer und mehr Koordination oder Taktik trainieren – wenn viel zu heiß, gemeinsam Eis essen gehen :-)
Wassereimer am Spielfeldrand aufstellen oder auch den Platzwärt*innen Bescheid geben, den Rasensprenger anzumachen
Jugendraum des Vereins als „Cooling Zone“ nutzen
Akut Erkrankte (etwa mit Magen-Darm- oder Fiebererkrankungen) vom Sport ausschließen
Kinder sowie chronisch kranke Menschen (u.a. Sportler*innen mit Diabetes) besonders beobachten
Wiederholende, gemeinsame Trinkpausen mit Pulskontrollen und Abfrage typischer Warnzeichen und Symptome von Hitzebeschwerden einlegen
Pausen zum gemeinsamen Nachcremen einlegen, insbesondere bei Kindern darauf achten

Für noch mehr Informationen hat der DOSB eine eigene Seite zu allen Risiken in Folge der Erderhitzung und des Klimawandels für den Sport erstellt: https://www.dosb.de/themen/mensch-und-sportverein/breitensport-und-gesundheit/klima-gesundheit-und-sport
Außerdem gibt es über folgende Website aktuelle Hitzewarnungen des Deutschen Wetterdienstes: https://www.hitzewarnungen.de/index.jsp
Ansprechpartner Hitzeschutz
Piero Sassi
Mitglied AG-Nachhaltigkeit






