Jesper schießt Inter zum Auswärtssieg
Was für ein intesives Spiel! Mit einem Sieg beim ambitionierten 1. FC Wilmersdorf hätte wohl niemand gerechnet, zumal Inter auf eine große Zahl bewährter Kräfte verzichten musste. Die Gastgeber haben vor der Saison kräftig investiert und wollen aufsteigen, aber an diesem Abend sah es aus, als wollte die Inter-Elf gleich durchmarschieren, was natürlich nicht das Ziel ist. Schließlich sind wir in Schöneberg Realisten, eine richtig gute Mannschaft bringen wir dennoch auf den Platz. Doch der Reihe nach.
Das Spiel begann mit einem Paukenschlag. Der Zeiger war noch nicht zweimal um die Uhr gelaufen, da brachte Jesper die Blau-Schwarzen in Führung. Wilmersdorf war sichtlich geschockt, versuchte es mit wilden Angriffen. Doch Inter stemmte sich mit allem, was man aufbieten konnte, dagegen. Die Abwehr stand solide, im Mittelfeld liefen alle, was das Zeug hielt. Und vorne hatte man immer wieder gute Chancen, das Ergebnis zu erhöhen. Nicki schoss mit links, doch der Ball rutschte ab, Joshi hatte die Chance, der zweite Ball kam zu Gaston, doch ein zweiter Treffer wollte nicht fallen. Das Spiel war superintensiv, Wilmersdorf hatte einige Kinken im Aufbau, war aber immer gefährlich. Der Schiedsrichter ließ sehr lange Leine und pfiff wirklich nur das Nötigste. Am Ende kam er mit seiner Linie durch, auch wenn man zwischendurch Angst hatte, das Spiel könne entgleiten. Tat es aber nicht. Letztlich blieb es beim 1:0, wobei Inter näher am zweiten Treffer als Wilmersdorf am Ausgleich war.
Im zweiten Abschnitt ging es genauso weiter. Eine Schwalbe der Gastgeber wurde mit gelb geahndet, eine Riesenchance von Ex-Interspieler Rahim lenkte Alex mit letzter Kraft am Tor vorbei. Das musste eigentlich der Ausgleich sein. Wilmersdorf wurde stärker, doch Inter hielt stand, hinten organisiert vom überragenden Jesper. Doch unsere Jungs hatten auch gute Chancen. Und dann fällt eben doch ein Tor, nämlich nach einer Ecke. Ein Wilmersdorfer kam frei zum Abschluss und versenkte die Kugel humorlos ins Eck. Nun wollten die Gastgeber natürlich mehr, doch der bereits verwarnte Elfer fabrizierte eine selten dumme gelb-rote Karte. Obwohl schon verwarnt, foulte er Moreno direkt vor dem Schiedsrichter komplett unnötig. Und damit war der Stecker auch schon wieder gezogen.
Was ging noch am Schölerpark? Für Inter eine Menge. Die sehr agilen Nicki und Moreno setzten Wilmersdorf immer wieder unter Druck, die Stürmer nahmen jeden Zweikampf an und holten Ecke um Ecke raus. Eine davon kam über drei Stationen zu Jesper, der trocken von der Sechzehner-Linie abzog und die Kugel hinein ins Glück beförderte. Die Überzahl spielte Inter absolut in die Karten, es gab weitere Chancen. Alex musste auch noch einmal eingreifen, und dann brach die Nachspielzeit an. Inter spielte diese sehr clever aus, auch wenn der Schiri noch ein wenig Spaß hatte und statt vier gleich sechs Minuten nachspielen ließ. Ein letzter Befreiungsschlag vom Kämpferherz Nico, dann war es geschafft. Auch die Einwechselspieler machten eine super Job, Juan sorgte mit neuen Kräften nach der gelb-roten Karte noch einmal für Druck, wurde belohnt und strahlte nach dem Spiel wie ein Honigkuchenpferd. Er konnte wahrlich stolz auf die Leistung seiner Jungs sein.
Zumal der Sieg absolut in Ordnung geht. Wilmersdorf ist sicher eine Mannschaft, gegen die viele Teams in große Probleme kommen können, doch an diesem Abend war Inter einfach zu stark. Man kann von einer geschlossenen Mannschaftsleistung sprechen, auch wenn Moreno und natürlich Matchwinner Jesper herausragten. Nachdem man gegen einen anderen Favoriten, den sehr spielstarken SC Charlottenburg, deutlich die Grenzen aufgezeigt bekam, hatte die Mannschaft in Wilmersdorf ein anderes Gesicht. Mit 13 Punkten aus neun Spielen kann man sehr zufrieden sein. Mal sehen, was gegen Viktoria geht, das ja auch eine sehr ordentliche Saison spielt.
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