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Passives Mitglied bei Inter: Henning Wehmeyer

Heute startet offiziell unsere passive Mitgliederaktion 2026! Auf unserem Instagram-Kanal stellen wir euch über die kommenden Wochen Menschen vor, die bereits als (passive) Mitglieder Verantwortung übernehmen. Außerdem geben wir euch über die Website spannende Einblicke in das Engagement rund um den FC Internationale. Heute erscheint unser Interview mit Henning Wehmeyer. Er unterstützt uns als passives Mitglied und hat auch immer wieder Überschneidungen mit unserem Verein in seiner Arbeit.

Stell dich doch einmal kurz vor und verrate uns, wie du erstmals auf Inter aufmerksam geworden bist?

 

Ich bin Henning Wehmeyer, von Beruf eigentlich Lehrer und inzwischen Geschäftsführer der EXPO 2035 Berlin GmbH und Vorstand von Global Goals für Berlin. Zu Inter bin ich zunächst einmal ganz klassisch als Vater gekommen. Meine beiden Kinder spielen hier: Kolja ist acht, Jette 13 Jahre alt. Beide sind schon seit vielen Jahren bei Inter, und dadurch ist der Verein auch für mich zu einem festen Bestandteil unseres Familienlebens geworden.

 

Was mich dabei von Anfang an beeindruckt hat: Hier geht es natürlich um Fußball und um sportliche Entwicklung. Aber eben nicht nur. Kinder und Jugendliche erleben bei Inter ganz selbstverständlich, was Fairness, Respekt, Vielfalt und Gemeinschaft bedeuten. Mehr als 70 Nationalitäten kommen im Verein zusammen. Gleichzeitig positioniert sich Inter seit Jahrzehnten klar gegen Rassismus und Diskriminierung. Das ist für mich eine Haltung, die gerade heute unglaublich wichtig ist.

 

Neben deiner Rolle als Papa hast du beruflich mit unserem Verein zu tun. Stichwort EXPO 2035 Berlin. Wie kam es dazu und wie passt der FC Internationale in eine berlinweite Kampagne?

 

Eigentlich passt Inter ziemlich genau zu der Idee, mit der wir vor einigen Jahren durch die Gründung des gemeinnützigen Vereins Global Goals für Berlin angefangen haben: Veränderung beginnt nicht irgendwann und irgendwo, sondern dort, wo Menschen leben, arbeiten, lernen oder eben gemeinsam Fußball spielen.

 

Unser Ziel war von Beginn an, die 17 Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen nicht nur zu diskutieren, sondern ihre Umsetzung in Berlin sichtbar zu machen. Und Inter war sehr früh dabei. Der Verein zeigt ganz konkret, was Nachhaltigkeit bedeuten kann: faire Beschaffung, Klimaschutz und Ressourcenschonung, aber genauso Teilhabe, Integration, Antirassismus und gesellschaftlicher Zusammenhalt. Inter war der erste nachhaltig zertifizierte Amateurverein Deutschlands.

Genau solche Orte brauchen wir für eine World Expo 2035 in Berlin und Brandenburg. Eine Weltausstellung darf für mich nicht nur sechs Monate auf einem Ausstellungsgelände stattfinden. Sie muss in die Vereine, Kieze, Schulen, Unternehmen und Initiativen hineinreichen. Dort muss sichtbar werden, wie Veränderung tatsächlich funktioniert.

 

Und deshalb ist Inter für mich kein Verein, der einfach bei einer EXPO-Kampagne „mitmacht“. Inter macht vieles von dem, worüber andere noch reden, längst konkret. Wenn wir 2035 Gäste aus aller Welt nach Berlin und Brandenburg einladen, sollten wir genau solche Orte zeigen können.

 

Zusätzlich zu deiner Tochter und deinem Sohn bist du passives Mitglied bei uns geworden, darüber freuen wir uns sehr. Was ist deine Motivation dahinter?

 

Weil ich finde, dass wir als Eltern nicht nur fragen dürfen: Was bekommt mein Kind von einem Verein? Wir sollten uns genauso fragen: Was können wir diesem Verein zurückgeben?

 

Meine Kinder verbringen hier viele Stunden ihrer Woche. Trainer:innen und Betreuer:innen investieren Zeit, Energie und oft einen erheblichen Teil ihrer Freizeit, damit Kinder und Jugendliche Fußball spielen, Gemeinschaft erleben und sich entwickeln können. Inter hat mehr als 70 ehrenamtliche Trainer:innen und Betreuer:innen und organisiert jedes Jahr Tausende Trainingsstunden sowie Spiele und Turniere. Das funktioniert nicht von allein.

 

Vor Kurzem war Saisoneröffnung bei Inter – mit einem großartigen Programm für die Mitglieder des Vereins und für die vielen Besucher:innen. Und ich stand einfach am Eiswagen und habe Eis verkauft. Auch das gehört für mich dazu. Genauso wie die Kinder zum Training zu begleiten, bei den Spielen dabei zu sein, den Teambus zu fahren oder dort anzupacken, wo gerade jemand gebraucht wird. Ich mache das aus vollem Herzen und aus voller Überzeugung.

 

Denn Vereine sind wichtige Säulen unserer Gesellschaft und unseres Miteinanders. Ohne die vielen Ehrenamtlichen und Unterstützer:innen wären unsere Stadt und unser Land deutlich ärmer. Hier entsteht gesellschaftliche Resilienz ganz praktisch: Menschen mit unterschiedlichen Biografien, Erfahrungen und Perspektiven übernehmen gemeinsam Verantwortung. Und man erlebt, dass Vielfalt keine Belastung ist, sondern eine Qualität, die wir für unsere Zukunft brauchen.

 

Deshalb wollte ich nicht einfach nur Vater zweier Kinder sein, die hier Fußball spielen, sondern selbst Mitglied dieses Vereins werden. Für mich bedeutet passive Mitgliedschaft dabei ausdrücklich nicht, passiv zu sein. Ich kann vielleicht keine Mannschaft trainieren – aber ich kann meine Erfahrungen, Kontakte, Ideen und Netzwerke einbringen. Andere können etwas anderes. Genau davon lebt ein Verein.

 

Wenn du drei Wünsche frei hättest, wie stellst du dir den Amateurverein der Zukunft vor?

 

Mein erster Wunsch wäre, dass ein Amateurverein ein Ort bleibt, an dem wirklich alle dazugehören können – unabhängig von Herkunft, Einkommen, Religion, Geschlecht oder davon, wie gut jemand Fußball spielt.

 

Mein zweiter Wunsch wäre, dass wir das Ehrenamt neu stärken. Wir können nicht dauerhaft erwarten, dass wenige Menschen immer mehr Aufgaben übernehmen. Ein moderner Verein muss es vielen ermöglichen, sich mit dem einzubringen, was sie können – vielleicht zwei Stunden im Monat, vielleicht mit einem beruflichen Kontakt, vielleicht mit einer Idee oder einem konkreten Projekt.

 

Und mein dritter Wunsch: Der Amateurverein der Zukunft wirkt über den Sportplatz hinaus. Er ist Teil seines Kiezes und seiner Stadt. Er übernimmt Verantwortung für gesellschaftlichen Zusammenhalt, Nachhaltigkeit und Teilhabe. Sport erreicht Menschen, die wir mit politischen Veranstaltungen oder Konferenzen niemals erreichen würden. Diese Kraft sollten wir viel stärker nutzen.

 

Das ist gerade für junge Menschen wichtig. Wir erleben, wie gezielt versucht wird, sie über soziale Medien mit populistischen Botschaften, Ausgrenzung und vermeintlich einfachen Antworten zu erreichen. Dem müssen und dem können wir etwas entgegensetzen – nicht nur mit Appellen, sondern mit konkreten Erfahrungen von Gemeinschaft. Junge Menschen brauchen Orte, an denen sie erleben, dass Freiheit und Vielfalt zusammengehören, dass Unterschiede ausgehalten werden können und dass Respekt und Zusammenhalt stärker sind als Ausgrenzung und Hass.

 

Genau darin liegt für mich eine enorme gesellschaftliche Kraft des Sports. Vereine können junge Menschen stark und selbstbewusst machen. Sie können ihnen Zugehörigkeit geben, OHNE andere auszugrenzen. Sie können Räume schaffen, in denen Demokratie und Freiheit nicht abstrakt erklärt, sondern jeden Tag gelebt werden.

Eigentlich muss man sich Inter nur anschauen: Vieles davon passiert hier bereits.

 

Zuletzt: Wie würdest du weitere Menschen überzeugen, sich ebenfalls als passives Mitglied bei Inter zu engagieren?

 

Ich würde gar nicht lange versuchen, jemanden zu überzeugen. Ich würde sagen: Kommt vorbei und schaut euch an, was hier jeden Tag passiert.

 

Und dann stellt euch eine einfache Frage: Was kann ich beitragen?

 

Es muss nicht jede:r eine Mannschaft trainieren oder jedes Wochenende auf dem Platz stehen. Ein Verein wie Inter braucht ganz unterschiedliche Menschen. Menschen mit beruflicher Erfahrung, mit Kontakten in Unternehmen, Politik, Kultur oder Verwaltung. Menschen, die bei einem Fest helfen, ein Projekt unterstützen, eine Tür öffnen, eine Idee mitbringen, den Teambus fahren, am Eiswagen stehen oder einfach mit ihrem Mitgliedsbeitrag dafür sorgen, dass andere diese Arbeit machen können.

Gerade die passiven Mitglieder können ein riesiges Netzwerk um einen Verein bilden. Wenn jede:r etwas von der eigenen Kraft, Erfahrung und den eigenen Möglichkeiten einbringt, wird aus einem Fußballverein noch mehr: ein starkes Stück Stadtgesellschaft.

 

Und vielleicht ist das für mich der wichtigste Punkt: Wir dürfen Gemeinschaft nicht nur gut finden. Wir müssen bereit sein, etwas für sie zu tun.

 

Deshalb bin ich passives Mitglied bei Inter.

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Vielen Dank für das Gespräch und für deinen Support, Henning!

Du bist auch am Start? Jetzt passives Mitglied werden - weitere Informationen hier.

 

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Veröffentlichung

Mi, 30. September 2026

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