Fussball ohne Grenzen

 
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Eine Woche vor Start der Fußball-WM: Unser Statement zu Fairness, Menschenrechten und Klimaschutz

Der Fußball ist mehr als ein Spiel. Er ist globales Vorbild, kulturelle Kraft und ein verbindendes Element über Landesgrenzen hinweg. Gerade deshalb tragen seine Institutionen eine besondere Verantwortung für Fairness, für Demokratie und für den Schutz unserer Lebensgrundlagen.

 

Mit Blick auf die anstehende Fußball-Weltmeisterschaft der Männer beobachten wir mit großer Sorge eine Entwicklung, die diesem Anspruch widerspricht.

 

Seit 2024 ist mit Saudi Aramco der größte Treibhausgasemittent der Welt offizieller Hauptsponsor der FIFA – ein Konzern, der seit 1965 rund 4,38 Prozent der globalen CO₂-Emissionen verursacht hat  (basierend auf Daten der »Carbon Majors Database« des Klima-Thinktank InfluenceMap), mehr als jedes andere Unternehmen. Die Vereinten Nationen haben den Konzern förmlich verwarnt, weil seine Aktivitäten internationale Menschenrechtsstandards verletzen. Die Organisation ClientEarth hat zudem Rechtsbeschwerde gegen Aramco eingereicht – mit der Begründung, der Konzern sei für „die größten klimabezogenen Menschenrechtsverletzungen verantwortlich, die jemals von einem Unternehmen begangen wurden“. Statt die Produktion fossiler Brennstoffe zu reduzieren, weitet Saudi Aramco sie weiter aus und fördert täglich über 10 Millionen Barrel Rohöl.

 

Das Turnier findet in einem Sommer statt, der wieder einmal von extremer Hitze geprägt sein dürfte. Klimaforscher:innen warnen vor Rekordtemperaturen an den Austragungsorten. Die FIFA verpflichtet sich, ihre CO₂-Emissionen bis 2030 um 50 Prozent zu senken und bis 2040 Netto-Null zu erreichen. Und dennoch bietet sie einem der größten Verursacher der Klimakrise eine der bedeutendsten Bühnen der Welt – um sich mit der Strahlkraft des Sports zu inszenieren.

 

Ausgerechnet jene FIFA, die ankündigt, die WM 2026 werde die „größte, inklusivste und vielfältigste“ Weltmeisterschaft aller Zeiten, verlieh dem US-amerikanischen Präsidenten Donald Trump einen eigens geschaffenen „Peace Prize“, obwohl seine Politik weltweit für Spaltung sorgt und Geflüchtete aus 19 Ländern (darunter auch WM-Teilnehmer wie Haiti und Iran) mit Einreiseverboten belegt sind.

 

Diese Entwicklungen stehen exemplarisch für ein grundlegendes Problem: Der Weltfußball droht, seine moralische Orientierung zu verlieren. Wenn wirtschaftliche und politische Interessen über die Prinzipien von Fairness, Menschenrechten und Klimaschutz gestellt werden, verliert der Sport seine integrative Kraft.

 

Wir sind überzeugt: Gerade der Fußball hat die Kraft, gesellschaftlichen Wandel zu gestalten. Millionen junger Menschen orientieren sich an seinen Akteur:innen und Institutionen. Diese Verantwortung darf nicht verspielt werden.

 

Der Fußball gehört allen. Und genau deshalb muss er auch für die Zukunft aller stehen.

 

Die Geschichte des FC Internationale Berlin zeigt: Veränderung beginnt im Kleinen, nicht auf den großen Bühnen. So zum Beispiel bei der ökologischen Nachhaltigkeit im und durch Sport. Gemeinsam mit den Elektrizitätswerken Schönau (EWS) haben wir den Bau einer e-Ladesäule auf dem Vereinsgelände in Berlin-Schöneberg umgesetzt, die Mitgliedern eine nachhaltige Fahrt zum nächsten Auswärtsspiel ermöglicht. Außerdem ist der FC Internationale Unterzeichner der Fossil Free Declaration, schließt damit kategorisch Unternehmen im Bereich fossiler Brennstoffe (Erdöl, Erdgas, Kohle, Petrochemie) als Sponsoren aus und setzt alternativ auf einen Klima- und Energiepartner wie die EWS. Liebe FIFA, das ist sogar für einen Amateursportverein mit einem mittleren sechsstelligen Jahresumsatz möglich!

 

Wir stehen weiterhin auf – gegen die Macht großer Konzerne, gegen Ausgrenzung und für eine lebendige, solidarische Gesellschaft. Im Sport und darüber hinaus.

Schließ dich uns an: Engagiere dich in deinem Verein, unterstütze lokale Initiativen, übernimm Verantwortung im Ehrenamt. Dort, wo Menschen sich begegnen, wächst der Zusammenhalt, den wir im Großen so dringend brauchen. Starke Vereine sind das Fundament einer starken Gesellschaft – und jede*r kann dazu beitragen. 

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Veröffentlichung

Do, 04. Juni 2026

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