Fussball ohne Grenzen

 
Bannerbild | zur StartseiteDemocracy Captains | zur StartseiteBannerbild | zur Startseite
  • Link zur Seite versenden
  • Ansicht zum Drucken öffnen
 

Der Fußballgott hatte keine Zeit

Ist Fußball gerecht? Natürlich nicht! Warum zieht er so viele Menschen in seinen Bann? Nun, er ist er spannend und unterhaltsam, man weiß nicht, was als Nächstes passiert. So war es auch am Samstag im Viertelfinale des Pokals gegen den Oberligisten von Sparta Lichtenberg. Am Ende stand eine Niederlage, die eigentlich gar keine war und ein Ausscheiden, das man nur als bitter bezeichnen kann.

 

Vor einer großen Kulisse von 350 zahlenden Zuschauern war über 120 Minuten nicht zu erkennen, welches das klassenhöhere Team war. Allenfalls hätten sich ortsfremde Zuschauer irren können. Das Spiel begann auf Augenhöhe, hatte seine Momente, aber wenige Torchancen zu bieten. Eine ergab sich für Nicholas, der nicht lange zögerte und den Ball leider nur an die Latte bugsierte. Wenig später hatte auch Sparta eine gute Chance, doch der gut aufgelegte Chris war zur Stelle und pflückte im nächsten Angriff der Gäste gleich mal eine Flanke stark aus der Luft. Aus einem Abstoß resultierte dann der überraschende Rückstand, ein Ball wurde ins Zentrum gespielt, der Inter-Spieler geriet unter Druck, verlor den Ball und die Lichtenberger machten eiskalt das schmeichelhafte 0:1. So war das mit den Weihnachtsgeschenken nicht gedacht. Ansonsten war die Gäste-Offensive nämlich weitgehend abgemeldet.

 

Nach dem Wechsel ein ähnliches Bild. Der ungünstigerweise mit Zerrung spielende Santi kam nun besser in die Partie, aber man merkte ihm seine Verletzung auf jeden Fall an. Dennoch nahm er es mit der Oberliga-Abwehr auf und wurde zweimal elfmeterreif gefoult. Einmal kam er noch zum Abschluss, aber der Gegenspieler hatte ihm einen klaren Stoß versetzt, sodass der Keeper leichtes Spiel hatte. Wenig später wurde er geschickt, der Torhüter kam raus, traf erst Santi, dann den Ball. Und in dieser Reihenfolge hätte es Strafstoß geben müssen. Bedauerlicherweise hatte das Schiri-Gespann bei weitem nicht das Niveau der Kontrahenten auf dem Feld und fiel in seiner Leistung gegenüber dem Rest krass ab.

 

Santi zeigte an, es ginge nicht mehr, er saß schon auf dem Boden, da kam der Ball nochmal nach vorne, also lief er wieder los. Gaston setzte sich durch, spielte nach innen, wo dann Nicholas die Kugel über die Linie drückte. Da war er endlich, der hochverdiente Ausgleich. Matteo und Tiago kamen, zuvor war schon Leonard eingewechselt worden. Dessen Knaller fand jedoch nicht den Weg ins Tor. Lichtenberg – wohlgemerkt dem Oberligisten – schien die Luft auszugehen. Inter war besser, die Folge war eine gelb-rote Karte für die Gäste. Der anschließende Freistoß fand nicht den Weg zum Tor. Einen weiteren Freistoß von Nico verpasste Luis um Haaresbreite, der Ball flog an den Innenpfosten und dann dem Torhüter in die Arme. Die Lichtenberger hatten den Papst in der Tasche und schleppten sich in die Verlängerung. 

 

Hier dominierte Inter, mehrfach machten sich die lautstarken Fans, vorwiegend aus 2. und 3. Herren, bemerkbar, doch reinschreien konnten sie den Ball auch nicht. Sparta war am Ende heilfroh, das Elfmeterschießen erreicht zu haben. Den ersten schoss Gaston flach und präzise, doch der Gäste-Keeper hielt sehr stark. Die Gäste verwandelten alles, einmal war Chris dran, hatte aber nicht das nötige Quäntchen Glück, einen setzte Inter über den Kasten, der Oberligist hatte völlig unverdient gewonnen. Wie sagte ein kompetenter Fußball-Reporter, der anwesend war: "Das wusste ich vorher. Wenn man so viel besser ist und dann nicht belohnt wird, setzt sich das schwächere Team im Entscheidungsschießen durch." Dass ausgerechnet die Spieler, die auf dem Spielfeld gegen ein zwei Klassen tieferes Team fast jeden Zweikampf verloren hatten, am hämischsten jubelten, mag zum Fußball dazu gehören. Die besseren Spieler und die Offiziellen der Gäste wussten den Duselsieg besser einzuordnen. Für Inter bleiben nur Sympathiepunkte, womit man allerdings nicht in die nächste Runde kommt. Schade, ein Halbfinale wäre mal was gewesen. Aber der Fußballgott hatte zu den Festtagen wohl zu viel zu tun und konnte nicht kommen, um Gerechtigkeit walten zu lassen. 

 

So ist wie schon vor acht Jahren gegen Mahlsdorf im Viertelfinale Schluss, die Leistung ist und bleibt aber bemerkenswert. Also wurde nach dem Abpfiff auch nicht der etwas verschämt dreinblickende Sieger gefeiert, sondern das Team der Blau-Schwarzen – und das völlig zurecht. Glückwunsch zu dieser Leistung, die auch von allen neutralen Zuschauern als herausragend anerkannt wurde. Nun kann man sich auf die Meisterschaft konzentrieren, die am Ende natürlich wichtiger als die nächste Pokalrunde ist. Allen erholsame Feiertage und vielen Dank für diese Hinrunde. Hat Spaß gemacht.

 

Aber ein großer Verein wie der FC Internationale hat ja mehrere Eisen im Feuer. Am Sonntag spielen noch die Herren 2 (um 12.30 Uhr auf dem Ella gegen Mahlsdorf) und die Herren 3 (um 13.00 Uhr bei Meteor). Und vor den Herren gab es dann doch einen Einzug in die nächste Runde, nämlich durch die Ü60. Diese musste zum letztjährigen Pokalfinalisten und Berlin-Liga-Spitzenteam Neuköllner Sportfreunde NSF. Diesem fehlten wichtige Spieler, aber das soll die Leistung unserer Mannschaft nicht schmälern. Denn man gewann hochverdient mit 4:1, hätte eigentlich noch mehr Tore machen müssen. Aber letztlich beendete man das Spiel mit einem ungefährdeten Sieg. Manoo, Manne und dreimal Axel trafen, eins der drei Tore ins eigene Netz. Aber darüber konnte man großzügig hinwegsehen. Glückwunsch, ein schönes Weihnachtsgeschenk. 

Weitere Informationen

Veröffentlichung

Sa, 20. Dezember 2025

Bild zur Meldung

Weitere Meldungen

Hashtag

LinkedIn dicke Kontur

Insta Icon

Facebook Icon

YouTube Icon