Drei knappe, aber verdiente Pokalsiege
Wann funktioniert ein Verein? Auf jeden Fall dann, wenn sich drei Herrenteams bei ihren jeweiligen Spielen gegenseitig besuchen und an der Linie gemeinsam mit treuen Zuschauern mitfiebern, die sich zwei oder gar drei Partien ansehen. So war es auch an diesem Wochenende. Vielleicht ist es genau dieser sportlich-solidarische Geist, der seit vielen Jahren gewachsene Zusammenhalt und die tiefe Verbundenheit zum Verein, was schließlich auch zu erfolgreichen Ergebnissen führt. Zumal neu in den Verein bzw. in den Erwachsenenbereich gekommene Akteure freundlich aufgenommen werden und sich im Team nicht außen vor, sondern mittendrin fühlen.
Den Auftakt machten die 1. Herren, die mit dem Verbandsligisten Frohnau den schwersten Gegner gezogen hatten. Aber bange machen gilt nicht, also ging man vor rund 200 Zuschauern – darunter jede Menge Jungschiedsrichter des Berliner Fußball-Verbands, die einer Schulung beiwohnten – gleich mal nach zwei Minuten durch Gaston in Führung. Der Gegner wollte das nicht lange auf sich sitzen lassen und glich nach einer Viertelstunde aus. Dafür benötigte man einen Elfmeter, der aber gerechtfertigt war. Doch Inter war das etwas bessere Team. Die vielleicht spektakulärste Szene hatte Milan, der auf der Torauslinie mit einer grandiosen Körpertäuschung und exzellenter Ballbehandlung gleich zwei Frohnauer ins Leere schickte. Sein Rückpass auf Nicholas war perfekt, aber der Schuss ging leider über das Tor. Aber Santi hatte noch kein Tor gemacht, machte seinen Gegenspieler im eins gegen eins ziemlich frisch, um dann sehenswert ins lange Eck einzulochen. Noch vor der Pause glich Frohnau wieder aus, während die Inter-Jungs gute Gelegenheiten liegenließen.
Wer nun dachte, die klassenhöheren Frohnauer hätten sich besser auf ihren Gegner eingestellt, sah sich getäuscht, denn das Gegenteil war der Fall. Die zweite Hälfte gehörte ganz klar dem FC Internationale. Zwar musste Chris zweimal beherzt eingreifen, aber die großen Chancen lagen bei den Blauen. Als der gegnerische Torhüter Gaston durch ein missglücktes Abspiel in eine gute Position brachte, schaute der kurz hoch und zeigte, dass auch er einen Ball wunderbar ins lange Eck legen kann. Die Frohnauer trauten sich nicht wirklich, die Abwehr zu lockern, zu schnell waren einige Inter-Spieler. Dadurch beherrschte Inter das Mittelfeld, und anders als im ersten Abschnitt waren auch die Außenpositionen zugestellt. Es gab noch drei sehr große Möglichkeiten für Inter, wobei der Torhüter der Gäste sich auszeichnen konnte. Wirklich gefährlich wurde es nicht mehr, als der Schlusspfiff ertönte, war der Jubel groß. Will man in der nächsten Runde bestehen, braucht man ein wenig Losglück, aber es sind jetzt überwiegend dicke Brocken im Topf. Wer weiß, vielleicht ist Fortuna mit uns im Bunde. Und wenn nicht, muss man eben gegen einen Regional- oder Oberligisten antreten. Auch ein Erlebnis – abwarten.
Die Zweite machte es ebenfalls spannend und kam mit demselben Ergebnis weiter. Bei Lichtenberg 47 lag man allerdings schnell durch einen Elfmeter und einen weiteren Treffer zurück. Das war so nicht geplant. Nach 20 Minuten wurde dann aber eine Schippe draufgelegt. Nach einem klaren Foul gab es Elfmeter, den Joschi souverän verwandelte. Nun hatte Inter endgültig die Oberhand, scheiterte doch an der vielbeinigen Abwehr oder am Torhüter der Gastgeber. Schließlich gab es den Angriff des Spiels, als der Ball traumhaft durch die Reihen lief, von Rechtsaußen eine klasse Flanke kam und Joshua sensationell hochstieg und den Ball wie im Schulbuch am höchsten Punkt traf, um ihn von dort in den Winkel zu köpfen. Was für ein Tor! Zur Halbzeit hätte man eigentlich führen müssen, aber es sollte nicht sein. Das nicht immer glücklich agierende Gespann sorgte für Aufregung, nachdem Jannik zurecht die gelbe Karte gesehen hatte. Was war los? Sollte gelb etwas auf Intervention des Assistenten in rot umgewandelt werden? Das hatten wir doch erst im vorletzten Spiel bei Ben. Mindestens zwei Minuten Rätselraten, dann ging es weiter. Aufklärung: Es wurde geforscht, ob der Gegenspieler nachgetreten hatte. Nein, hatte er nicht, sagte Jannik, der Assistent konnte nichts zur Aufklärung beitragen, der andere – 60 Meter entfernt – auch nicht. Also ging es weiter mit 11 gegen 11 in die Pause.
Nach dem Wechsel verflachte das Spiel vollends und wurde zunehmend hektisch. Der Schiri stellte gleich drei Tainer vom Platz, viele der vorangegangenen Proteste kamen aufgrund von Unklarheiten zustande, z. B. ob ein verletzter Spieler wieder rauf durfte oder nicht. Vor allem die jungen Spieler der Lichtenberger ließen sich anstecken, einer sah für eine unglückliche Aktion sogar die rote Karte – zurecht, aber auch unglücklich, denn sein Bein ging unabsichtlich zu Jannis Kopf. Zum Glück konnte Jannis weitermachen. Ein Spiel kam kaum mehr zustande, aber Inter war aufgrund einiger erfahrener Spieler einfach abgeklärter. Als Ben ziemlich unnötig gefoult wurde, gab es zurecht Elfmeter, und Joschi machte cool seinen Dreierpack perfekt. Mehr passierte nicht, außer dass die letzten Minuten wirklich nicklig wurden, auch, weil es einfach keine klare Linie des Gespanns gab. Ein letztes gewonnenes Kopfballduell von Noah, der Gegenspieler blieb liegen, Schlusspfiff. Miguel und Jasper kümmerten sich sofort um den Gegenspieler, der auch wieder aufstand, die Akteure auf dem Platz gaben sich die Hände und gingen vernünftig freundschaftlich miteinander um. An ihnen lag das viele Theater also offensichtlich nicht. Egal, nächste Runde erreicht, und gut.
Die Dritte machte den Pokal-Dreierpack voll, sie musste schon frühmorgens bei Südwest antreten. Inter war über das gesamte Spiel die klar bessere Mannschaft, tat sich aber schwer. Coach Leo räumte ein, es vorne nicht souverän genug gemacht zu haben. Auf die Frage, wann das Tor fiel, sagte er grinsend: „90. Minute, aber wir hatten alles im Griff!“ Guter Plan, die Führung zu machen, wenn der Gegner nicht mehr zurückschlagen kann. Torschütze wieder einmal Janek. Die Vierte verlor mit 6:2 bei Biesdorf III, und die Fünfte unterlag 2:3 bei Oranje.
Die Frauen brauchten in Moabit eine Weile, bis sie das Spiel drehen konnten. Die Gastgeberinnen gingen früh in Führung. Erst kurz vor dem Pausenpfiff konnte Zuzanna ausgleichen. Im zweiten Abschnitt erzielte Alicia die Führung für Inter, ehe Lena kurz vor dem Ende endgültig den Deckel drauf machte. Die 2. Frauen hatten nach dem Regionalligateam von Union II im Pokal nun im Punktspiel Hertha BSC II und unterlagen erwartbar. Die Dritte verlor gegen Seitenwechsel.
In der Jugend verlor die A-Jugend nach 2:0-Führung noch mit 2:3 bei Charlottenburg-Wilmersdorf. Die B-Jugend muss am Montag nach Friedrichshagen, die C1 gewann gegen Mahldorf mit 1:0 – knapper geht's nicht, aber drei Punkte sind drei Punkte.
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