Drei Niederlagen - die Vierte rettet die Ehre
In den letzten Wochen wurden die Inter-Fans oft verwöhnt. Gerade bei den 1. Herren hat man sich an Siege gewöhnt, die aber nicht selbstverständlich sind. Die Zweite hatte zuletzt ohnehin ein sehr strammes Programm, während die Dritte schon wieder oben mitspielte. An diesem Wochenende war es an der Vierten, den einzigen Sieg einzufahren. Glückwunsch dazu.
Ein Spitzenspiel mit allem, was dazu gehört, sahen rund 150 Zuschauer am Samstag bei der Partie der 1. Herren gegen den Dritten BSV 92. Es gab fünf Tore, drei rote Karten, jede Menge Chancen – und leider einen Schiedsrichter, der dem hohen Niveau niemals gewachsen war.
Die Gäste erwischten den besseren Start, Inter war in der ersten Viertelstunde nicht wirklich auf dem Platz. Über die Außen war es mehrfach gefährlich, doch zunächst blieb es beim 0:0. Das änderte sich nach einer Flanke, als Inter in der Mitte ein Kopfballduell verlor und der Ball danach irgendwie reingestochert wurde. Schon dieser Treffer war umstritten, denn Alex hatte die Hand wohl auf dem Ball, der Schiri entschied auf Tor. Erst jetzt wachte Inter auf und wurde druckvoller. Es war wieder einmal Santi vorbehalten, die Partie zu drehen. Mit unbändigem Willen und ungeheurem Tempo knallte er den Ball mit links zum Ausgleich in die obere Ecke. Schon zuvor war er an drei guten Chancen maßgeblich beteiligt. Nach einem kleinen Solo zeigte er, dass es auch mit rechts geht. Spätestens danach verlor der Unparteiische vollends den Überblick. Als der Ball lang in den Strafraum gespielt wurde, wollten Santi und der nicht immer sattelfeste Gäste-Keeper zum Ball. Beide drehten im letzten Moment ab, um nicht zu kollidieren. Der Schiri pfiff, obwohl kein Körperkontakt vorlag. Santi wurde von einem weiteren Gegenspieler gestoßen, doch nicht der, sondern der Inter-Stürmer sah gelb. Kategorie: völlig daneben! Nachdem ein schon verwarnter Gäste-Spieler im Mittelkreis ein taktisches Foul begangen hatte, gab es nicht die folgerichtige gelb-rote Karte. Der BSV-Trainer war schlau genug, den Mann kurz darauf auszuwechseln. Kurz vor der Pause gab es noch eine große Chance für Milan, der den Pass von Santi stark annahm, sich drehte, aber knapp über das Gehäuse schoss. Tolle Szene, die ein Tor verdient gehabt hätte!
Nach dem Wechsel verschlief Inter wieder die ersten Minuten. Die ersten drei Chancen ließen die Gäste aus, doch dann fiel das inzwischen gerechte 2:2. Kurz darauf gab es wieder einen langen Ball auf Santi, der Torhüter kam recht ungeschickt heraus, Santi wurde berührt, fiel – und der Schiri gab ihm gelb wegen einer Schwalbe. Unser Spieler hatte den Elfmeter nicht einmal gefordert. Zudem stand er deutlich im Abseits, was aber nicht angezeigt wurde. Es lag also ein doppelter Irrtum vor, durch den Inter plötzlich zu zehnt war. Bei einer weiteren Szene kam der Keeper zu spät raus, traf Dominik und dann erst den Ball. Entscheidung: gelb für Dome statt Elfmeter. Aber auch Inter hatte einmal Glück, als es im Mittelfeld nach einem zu harten Einsteigen von hinten nur gelb gab. Die Gäste hatten mit einem Mann Überzahl nun mehr vom Spiel, Alex hielt einen Kopfball stark. Die Entscheidung fiel dann nach einem verhängnisvollen Rückpass, der viel zu kurz gespielt war und vom Gegner erlaufen wurde. Danach hatten die Gäste noch zwei Riesenchancen, die jedoch beide ausgelassen wurden. Kurz vor dem Ende gab es dann die nächste überflüssige Situation. Ein BSV-Spieler stieß einen von Inter um, die Folge war richtigerweise glatt rot. Da der bereits verwarnte Gaston auch noch seinen Beitrag leisten musste, sah er seine zweite und damit die gelb-rote Karte. Hier lag der Schiri endlich mal richtig. Und doch kann man davon ausgehen, dass es bei einem Leiter, der auch nur ansatzweise hätte mithalten können, diese Szene gar nicht erst gegeben hätte. Danach war Schluss.
Aufgrund der zweiten Hälfte war der Sieg der Gäste verdient, denn BSV war mit einem Mann mehr überlegen und hatte die besseren Chancen. Inter war nicht so präsent wie zuletzt, aber man kann nicht jedes Mal den Gegner komplett dominieren. Insofern Glückwunsch an die Wilmersdorfer. Gleichwohl muss man erwarten können, dass bei einem so hochwertigen Spiel, auch die Spielleitung zumindest halbwegs das Niveau mitgehen kann. Das war leider in keiner Phase des Spiels der Fall. Man muss sich fragen, ob es wirklich eine gute Idee ist, erfahrene Schiedsrichter in untere Ligen abzuschieben und sie durch vielleicht laufstarke, aber völlig ohne Ausstrahlung und Weitsicht agierende Referees zu ersetzen. Auf die Frage an einen Schiedsrichter-Beobachter, warum sogar schon 16-Jährige in der Landesliga eingesetzt werden, hieß es: „Zwayer und Siebert pfeifen nicht mehr ewig. Und natürlich wollen wir Leute in die Bundesliga bringen!“
Dass bei diesem Unterfangen wahrscheinlich zahlreiche junge Unparteiische auf der Strecke bleiben, scheint egal zu sein. Und was interessiert Spieler in der Landes- oder Bezirksliga die Bundesliga, wo es ja auch immer öfter merkwürdige Pfiffe gibt. Der Schiedsrichterausschuss wurde vor drei Wochen abgewählt. Man kann nur hoffen, dass die neuen Leute diesen Irrweg verlassen und endlich wieder Vernunft bei den Ansetzungen einkehrt.
Die 2. Herren verloren bei Hansa 07 klar mit 0:5. In der ersten Hälfte hielt man trotz einiger Ausfälle gut mit. Das Gegentor fiel eher unglücklich. In der zweiten Hälfte fiel schnell das 0:2, ehe ein harter Platzverweis für je einen Spieler von Inter und Hansa für etwas mehr Platz auf dem Feld sorgte. Diesen nutzte Hansa besser und kam schließlich zu einem ungefährdeten Sieg.
Die 3. Herren verloren das Spitzenspiel in Pankow. Schon nach 16 Minuten lag man mit 0:3 hinten. Der Start wurde also wie bei der Ersten völlig verschlafen. Aber es gab Hoffnung, denn Timo und Jamil verkürzten auf 2:3. Doch schon 4 Minuten später erhöhten die von unserem A-Jugend-Trainer Elio gecoachten Pankower auf 4:2. Damit war der Widerstand gebrochen, Pankow erzielte in der zweiten Hälft noch einen Treffer, Inter keinen. Schade, aber kein Beinbruch.
Immerhin: Einen Sieg gab es dann doch noch. Die 4. Herren sorgten mit dem 4:1 gegen Steglitz GB dafür, dass die Pleitenserie nicht komplett wurde. Florenz erzielte drei Treffer, Carl einen, eh die Gäste kurz vor Schluss noch den Ehrentreffer erzielten. Mit 12 Punkten aus 8 Spielen steht die Vierte im gesicherten Mittelfeld.
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