1. Herren setzt sich ab

Das war ein hartes Stück Arbeit, aber am Ende reichte ein Tor mehr als der Gegner, um auch das fünfte Spiel in Folge zu gewinnen. Die 1. Herren mussten einmal über die Straße, um dort beim Verfolger 1. FC Schöneberg anzutreten. Die Nachbarn haben viel in die Mannschaft investiert und wollen aufsteigen, doch Inter ließ sich nicht von großen Namen einschüchtern. Vor allem auf den beiden Uzun-Verwandten ruhen die Hoffnungen der Gastgeber, doch dazu später mehr. Inter kam besser ins Spiel und ging 2:0 in Führung. Jascha setzte mit dem 1:0 schon nach neun Minuten den ersten Wirkungstreffer. Gaston verwandelte einen an ihm verursachten Elfmeter zum zweiten Treffer. Alles lief für Inter nach Plan, doch der Top-Torjäger der letzten Saison, Salih Uzun, brachte Schöneberg wieder ran. Als Santi kurz vor der Halbzeit wieder einmal zu schnell für seine Gegenspieler war, er vollendete einen schönen Pass zum 3:1, schien schon die Vorentscheidung gefallen. Doch Enez Uzun setzte fast mit dem Pausenpfiff einen Freistoß schön ins Eck. Die Partie war wieder offen, wobei das der letzte Treffer gewesen sein sollte. 

 

Nach dem Wechsel gab es schwere Kost für die zahlreichen Zuschauer. Das Spiel war immer wieder unterbrochen, die Schönberger versuchten den Spielfluss von Inter zu stören, ohne jedoch selbst entscheidend vors Tor zu kommen. Gefährlich wurde es nur, wenn Inter Fehler machte, wovon aber keiner zum Gegentor führte. Santi und Gaston hatten gute Abschlussmöglichkeiten, verzogen beide aber sehr deutlich. Und dann kam die Schlüsselszene. Enes Uzun ging in ein Scharmützel, sah schließlich vom guten Schiedsrichter die gelbe Karte. Warum er sich so aufregte, bleibt sein Geheimnis. Schöneberg hatte gerade Einwurf, auf Sechzehnerhöhe, war also einigermaßen gefährlich in Inters Tornähe. Der Schöneberger Stürmer beruhigte sich aber nicht, schlug beim Zurückgehen gegen seinen Gegenspieler mit dem Hinterkopf aus, der aufmerksame Assistent hatte die Fahne sofort oben. Die zwangsläufige Folge: rote Karte mit Ansage! Da er sich nun auch noch mit dem Linienrichter anlegen wollte und von Mitspielern nur mit Mühe zurückgehalten werden konnte, droht ihm sicher eine längere Sperre. Für Inter war es nun noch einfacher, die Gastgeber vom Tor wegzuhalten, schließlich war der gefährlichste Gegner nicht mehr dabei. Auch wenn das Spiel im zweiten Abschnitt alles andere als eine Augenweide war, zählen am Ende die drei Punkte, die letztlich auch verdient waren. Inter war gefährlicher und vor allem disziplinierter. Da Johannisthal verlor, steht man nun alleine an der Spitze. Nächste Woche geht es gegen Pfeffersport. 

 

Die Zweite empfing den scheinbar übermächtigen Spitzenreiter von Teutonia Spandau. Beide Teams mussten auf eine Vielzahl von wichtigen Spielern verzichten, dennoch entstand ein gutes Spiel. Am Ende standen zwölf gelbe Karten, zwei rote und eine gelb-rote. Eine Holzerei? Ganz im Gegenteil, das Spiel war völlig normal. Allerdings war der Schiedsrichter erst 16 Jahre alt und pfiff sein erstes Landesligaspiel. Und da muss man den BFV ernsthaft fragen, was das soll! Es ist genau dieser Wahn, junge Leute möglichst schnell nach oben zu peitschen, der weder den Spielen noch den jungen Schiedsrichtern guttut. Wenn dann noch Assistenten im Spiel sind, die meinen, eine Art Zweitschiedsrichter spielen zu müssen, kommen bei zwei fairen Teams solch absurde Dinge raus. Am Ende steht ein 16-jähriger Junge, der in seinem ersten ernsthaften – und offensichtlich viel zu frühen – Herrenspiel drei Feldverweise zu Buche hat. Was für ein völlig falsch verstandener Ehrgeiz von welchen Verantwortlichen auch immer. Der Junge, dem wir alles Gute für seinen hoffentlich erfolgreichen Weg wünschen, kann nichts dafür. Aber nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn auf dem Platz zwei Mannschaften gestanden hätten, die nicht mit Weitsicht und Vernunft agiert hätten. 

 

Spandau ging mit 2:0 in Führung, wovon der zweite Treffer umstritten war. Simon reklamierte, er wäre deutlich gestoßen worden. Danach gabe es 10 Minuten Unterbrechung wegen Nasenblutens des Referees, der aber mit Luzis medizinischer Unterstützung weitermachen konnte. Inter kam aber durch einen an Clinton verursachten Elfmeter heran, Joschi versenkte eiskalt. Ein schöner Weitschuss brachte kurz vor dem Wechsel dann das 1:3. Nach dem Wechsel hatte Inter sehr gute Chancen und hätte zwingend einen Elfmeter für Noah kriegen müssen, aber dann überschlugen sich die Ereignisse. Ben rutschte im Mittelfeld aus, traf seinen Gegenspieler unabsichtlich, wobei der auch nicht gerade zurückzog. Es gab gelb, womit nach ein paar Diskussionen alle leben konnten. Und dann meinte die Assistentin, die Strafe hochsetzen zu müssen. Was sollte der arme Kerl an der Pfeife machen? Er wandelte schließlich gelb in rot um, ein Witz, aber nicht seine Schuld. Teutonia machte das 1:4, alles war gelaufen. Der Trainer von Spandau flog auch vom Platz, er stand auf der Seite der Linienrichterin und war ebenfalls außer sich. Und nun hatte Inter plötzlich Chancen, wovon Joschi noch zwei nutzte, eine per weiterem Elfmeter. Nach dem ganzen Theater um gelbe und rote Karten sowie dem Elfmeter hätte es eigentlich zehn Minuten Nachspielzeit geben müssen. Es wurden nicht mal zwei. Verständlich, dass der Schiri das Spiel zu Ende kriegen wollte. Zu allem Überfluss erhielt Simeon auch noch gelb-rot, ebenfalls völlig überzogen. Spandau war der verdiente Sieger, sie haben eine starke Mannschaft und stehen zurecht oben. Aber das Spiel hatte einen anderen Rahmen verdient. Schade, so nimmt man den Leuten die Freude am Fußball, inklusive des jungen Unparteiischen. Nächsten Samstag in Köpenick sind nun nach einem fairen Spiel drei Inter-Spieler gesperrt. Wir wünschen der neuen Schiedsrichter-Spitze des BFV auf diesem Wege alles Gute und das nötige Augenmaß. Bleibt die Erkenntnis, dass Inter II mit den Spitzenteams mithalten kann, auch wenn es leider nicht zu einem Punkt reichte. 

 

Auch die Dritte war nicht glücklich. Gegen Hermsdorf II führte man mit 2:0. Efecan und Janek stellten die beruhigende Halbzeitführung her. In der zweiten Halbzeit nahm das Spiel eine eigentümliche Wende. Zunächst kam Hermsdorf auf 2:1 heran, dann gab es gelb für den Inter-Keeper wegen einer „Unsportlichkeit“. Zehn Minuten später erkannte der Unparteiische ein Gestikulieren bei ihm, es gab gelb-rot. Inter spielte in Unterzahl und verlor noch mit 2:3. Sehr ärgerlich! Gleichwohl hätte man vor allem in der ersten Halbzeit den Sack längst zumachen können, ließ aber viele Chancen aus. Die Vierte spielte gegen Wacker Lankwitz 1:1. Die Führung resultierte aus einem Eigentor, konnte von den Gästen im zweiten Abschnitt egalisiert werden. 

Die A-Jugend holte in vier Tagen sechs Punkte und gewann ihre Spiele bei Biesdorf und gegen VfB 1911 in Friedrichshain. Die B-Jugend unterlag in der Woche bei JFC unglücklich mit 2:3, holte aber gegen den Nordberliner SC den zweiten Dreier. Die C-Jugend bezwang die Füchse mit 5:1 und spielte gegen Amateure 3:3. Ein tolles Erlebnis gab es bei der D2, denn da pfiff der inzwischen 88-jährige Udo Zuchantke beim 5:1 gegen Meteor. Udo war früher Bundesliga-Schiri und ist immer noch ein gern gesehener Gast. Respekt, wir ziehen alle Hüte, die wir aufsetzen können. 

 

Mehr Mühe als gedacht hatten die 1. Frauen bei Hansa 07, wo sie mit 4:3 gewannen. Durch Tore von Julia Kaiser (2), Julia Marinowski und Ivonne führte Inter bereits mit 4:1, ließ Hansa dann aber noch auf 4:3 herankommen. Am Ende nahmen unsere Frauen aber die drei Punkte mit nach Schöneberg. Weniger Glück hatten die 2. Frauen, die ein 0:2 egalisierten und am Ende durch ein Eigentor doch noch mit 2:3 gegen Sparta Lichtenberg unterlagen. Dafür gewannen die 3. Frauen durch das Tor des Tages von Rebecca mit 1:0 gegen Askania Köpenick. 

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Veröffentlichung

So, 28. September 2025

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