NO RACISM als Verpflichtung
Wir solidarisieren uns mit den Spielern vom 1. FC Kaiserslautern und dem FC Schalke 04, die am Wochenende in Pokalspielen lautstark rassistisch beleidigt wurden. (Deutschlandfunk)
Während in Potsdam der Täter unverzüglich dingfest gemacht wurde und die Fans des RSV Eintracht sowie von Kaiserslautern sofort mit „Nazis raus“-Rufen reagierten, lagen die Dinge in Leipzig anders. Der rassistisch diskriminierte Spieler von Schalke 04 wurde nicht etwa verteidigt, sondern bis an das Ende der Verlängerung von den heimischen Fans ausgebuht.
Vielen Dank an DFB-Präsident Bernd Neuendorf für die schnelle und klare Stellungnahme auf der Homepage des Verbandes. Leider findet sich auf den Seiten des Sächsischen Fußball-Verbands und des Nordostdeutschen Fußballverbands bis heute (Stand Dienstag, 20:16 Uhr) dazu – NICHTS!
Dafür fabulierte deren Präsident und DFB-Vize Hermann Winkler im Statement bei dpa, er als Besucher des Spiels 1. FC Lokomotive Leipzig – Schalke 04 hätte keine „fremdenfeindlicher Stimmung“, wahrgenommen. Gleichzeitig postulierte er: „Hört auf mit Spekulationen und Schuldzuweisungen!“
Nahezu alle Medien berichten übereinstimmend von Pfiffen der Leipziger „Fans“ bis zum Ende des Spiels gegen den Schalker Christopher Antwi-Adjei, nachdem dieser dem Schiedsrichter einen rassistischen Vorfall gemeldet hatte.
Inzwischen wurde der Fall zur Anzeige gebracht. Von Hermann Winkler steht das Wort „Fremdenfeindlichkeit“ im Raum. Es ist scheußlich und abstoßend, klingt boshaft und diskriminierend.
Der Schalker Stürmer wurde in Hagen am Rande des Ruhrgebiets geboren, spielte zuvor bei Westfalia Herne, Paderborn, MSV Duisburg. Aus Hagen kommen berühmte Menschen wie die Musikerinnen Annette und Inga Humpe, Nena, die Band Extrabreit, aber auch ein verdientes Vorstandsmitglied des FC Internationale. Und eben Christopher Antwi-Adjei.
- Würde DFB-Vize Hermann Winkler bei Beleidigungen gegen die genannten Künstler:innen auch von Fremdenfeindlichkeit sprechen?
- Wohl kaum, aber warum tut er es beim Schalker Angreifer?
- Legt der DFB-Vizepräsident fest, wer als fremd gilt?
Die Vielfalt-Mediathek schreibt: „Die Entscheidung,, wer dazugehört und wer "fremd" ist, ist schon Teil von Rassismus.“ Lok Leipzig hat sich inzwischen entschuldigt.
Wann kann Christopher Antwi-Adjei eine Entschuldigung vom DFB-Vize erwarten?
P. S.: Beim FC Internationale Berlin spielen Menschen mit Wurzeln aus mehr als 70 Ländern. Wir möchten, dass alle respektvoll behandelt werden, bei uns auf der Sportanlage und auswärts. Gleichzeitig verpflichten wir uns, bei Rassismus und anderen Diskriminierungen einzugreifen und uns selbst respektvoll zu verhalten. NO RACISM.
Internationale Solidarität
Gerd Thomas (1. Vorsitzender)
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